Gottesdienste

03.02.2012 um 12.30 Uhr,
St. Marienkirche:
Friedensandacht

04.02.2012 um 18.30 Uhr,
St. Marienkirche:
Im Rausch der Sinne: Gottesdienst mit Abendmahl, Predigt: Volker Beck, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, Superintendent Dr. Bertold Höcker

05.02.2012 um 10.30 Uhr,
St. Marienkirche:
Gottesdienst mit Abendmahl, Predigt: Superintendent Dr. Bertold Höcker, anschl. Suppenküche

05.02.2012 um 18.00 Uhr,
St. Marienkirche, Marienkapelle:
Gottesdienst mit der anglikanischen Gemeinde St. Georges (in englischer Sprache)

Veranstaltungen

03.02.2012 um 12.30 Uhr,
St. Marienkirche:
Friedensandacht

03.02.2012 um 13.30 Uhr,
St. Marienkirche:
Orgel zur Mittagszeit

03.02.2012 um 19.30 Uhr,
Ev. Kirchenforum, Klosterstr. 66:
FeatureZeit: Wir wollen eine neue Menschheit schaffen. Maxim Gorki - Nimbus und Tragik

04.02.2012 um 11.00 Uhr,
Ev. Kirchenforum, Klosterstr. 66:
Lektüre-Seminar: Vom Wesen der Träume, Veranstaltung der C.G. Jung Gesell. Berlin

Suppenküche

 

 

 

Die Suppenküche – eine Tischgemeinschaft

Zögernd kamen 1994 zunächst 13 Gäste in die Suppenküche. Nur Männer. Ihr Umgang mit ihrer Armut ist offensiver als der von Frauen. Deren Not in der Obdachlosigkeit ist besonders groß. Zwischen den Erwachsenen immer wieder Kinder. Jeglichen Alters. Neugeborene werden in die Suppenküche mitgebracht, Erstklässler, die kein eigenes Kinderbuch besitzen, Behinderte, allzu oft übersehen. Eine Suppenküche als Zufluchtsort. Ort der Geborgenheit. Organisiert als Tischgemeinschaft, nicht als anonyme Verteilungsstätte für Hungrige. Leben miteinander für wenige Stunden, Leben begleiten, Leben anderer vorurteilsfrei verstehen lernen. Gelebter Glaube. Bekenntnis zu Jesu Worten: “Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ (Matt. 11, 28) .
Seit ihrer Entstehung waren Kirchen stets auch soziale Räume. Schon eine antike Legende erzählt von der Speisung Hungriger. Die kirchliche Kunst des Mittelalters verbindet caritas, die Liebe, fides, den Glauben, und spes, die Hoffnung. In St. Marien erscheinen sie in einem Relief auf Andreas Schlüters Kanzel von 1703.
1994 wurde mit der Gründung der Suppenküche die Weiterführung caritativer Arbeit, die schon 1372 bezeugt ist und die im 18. Jahrhundert in St. Marien ihren Höhepunkt fand, in unserer sich mehr und mehr entgrenzenden Welt, erneut begonnen. Kontinuität und Aufbruch sind im Gründungsdatum eingeschlossen. In den neuen Bundesländern, in St. Marien und anderswo hat die Gemeindearbeit einen sozialen Akzent durch diese Form praktizierter Nächstenliebe erhalten. Wie nötig sie ist, zeigt die Gästestatistik, die seit 1995 geführt wird. Sie verdeutlicht die sozialen Umbrüche in Berlin: 1995 wurden 1.223 Gäste betreut, 1998 waren es 2.801, 2003 schon 3.060, 2004 3295 und im Jahr 2005 3301 Besucher. Ohne Unterstützung der Gemeinde, des Bezirksamts Mitte, des Sozialamtes , des Sozialvereins Friedrichshain e.V., der Berliner Tafel e.V. und kleine Einzelspenden, hätten die Jahre seit 1994 nicht zurückgelegt werden können.
Unsere Zuwendung gilt allen, die St. Marien als den Ort aufsuchen, an dem die Türen für sie offen sind. Gemeinsam mit den Vielen, jenen, die seit 8 oder 10 Jahren zu uns kommen, den Lauten und den Leisen, den Fröhlichen und den Traurigen, jenen, die wir verloren haben und an die wir uns erinnern, an Vadder, Erich, Berni, Dieter, Nurmi, Rudi, unseren Studienrat, Lolle und Fischi, haben wir die Geschichte der Tischgemeinschaft in der Suppenküche von St. Marien geschrieben. Jenen, die an unserer Seite ehrenamtlich tätig waren und allen, die es noch sind, allen die uns unterstützten und noch immer helfen, danken wir heute von ganzem Herzen. Wir schließen ein erstes Kapitel. Wir beginnen ein weiteres. Wir wissen, ER ist bei uns. Alle Tage. Jesus Christus.

Text: Aune Renk

Termine der Suppenküche:

Sonntags 14 bis 16 Uhr, alle 14 Tage.