Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt! (Psalm 26, 8) Evangelische Kirchengemeinde St. Petri - St. Marien

Parochialkirche

Besichtigung

Die Kirche ist in der Regel montags bis freitags von 9.00 Uhr-15.30 Uhr geöffnet und kann besichtigt werden. Außerhalb der Öffnungszeiten können Sie mit unserem Gemeindebüro unter Tel: 030-24 75 95 10 einen Besichtigungstermin vereinbaren.
Die Gruft der Parochialkirche ist aus Rücksicht auf die Totenruhe nur in Ausnahmefällen zugänglich. Informationen erhalten Sie bei › Cross Roads

INVISIBILIA

Die vier Gemälde "Kyrie", "Gloria", "Credo" und "Agnus Dei" in der Altarkonche der Parochialkirche entstanden für das gemeinsame künstlerische Projekt INVISIBILIA des Kronenchor Friedrichstadt Berlin und der Künstlerin Denise Richardt. Sie ergänzten und erweiterten die Aufführung des "Cantus Missae Es –Dur , op.109" von Josef Rheinberger, einer sehr klangmalerischen Messvertonung.
Der Titel INVISIBILIA geht zurück auf den Text des Glaubensbekenntnisses, welches Bestandteil des lateinischen Messtextes ist. In ihm heißt es: Ich glaube an den einen Gott, den Vater, den allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, alles Sichtbaren und Unsichtbaren.
In der Bearbeitung desselben Themas, der lateinischen Messe, in bildnerischer und musikalischer Form, wurde eine Gegenüberstellung und Annäherung von Malerei und Musik, von Sicht- und Unsichtbaren untersucht.
Musik und Malerei haben ihre Wurzeln im Sakralen. Und: Es ist nicht nur das Auge, das sieht, und das Ohr, das hört, sondern jeweils unser Geist, ein Bewusstsein, das schaut und lauscht.
Die Idee, in einem künstlerischen Projekt Musik und Malerei zu vereinen, entstand in konkretem Bezug zu diesem besonderen Ort und seiner Geschichte. Wort, Bild und Musik wirken und durchdringen sich in einem Raum.
Weitere Informationen finden Sie unter:
› www.denise-richardt.de und › www.kronenchor.de

Baugeschichte

Die Parochialkirche ist einer der ersten Kirchenneubauten nach der Reformation in Berlin. Bis zu ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg war sie – vor allem wegen ihres markanten Turms und des berühmten Glockenspiels mit seinen 37 Glocken - eine der bekanntesten Kirchen der Stadt.
Die Grundsteinlegung am 15. August 1695 erfolgte unter reger öffentlicher Teilnahme in Beisein des Kurfürsten. Kurz darauf verstarb der Baumeister Johann Arnold Nering, der neben Schlüter als einer der bekanntesten Barock-Baumeister der Stadt gilt. Landbaumeister Martin Grünberg setzte die Arbeit Nerings fort. Obwohl die Kirche noch nicht ganz fertig war, weihte man sie am 8. Juli 1703 ein. Die Bauarbeiten zogen sich noch bis 1714 hin. Zur Parochialgemeinde gehörten in den ersten hundert Jahren viele Minister, Generäle und Geheimräte und andere Personen aus der gehobenen Beamtenschaft.
Während des Zweiten Weltkriegs, im Mai 1944, wurde die Kirche von Brandbomben getroffen. Der Turm stürzte in das Kirchenschiff, das gesamte Inventar verbrannte, die Glocken schmolzen. Zwei kleinere Glocken haben überdauert, sie hängen im Turmstumpf und läuten auch heute noch regelmäßig.
1946 richtete sich die Gemeinde im Turm einen Andacht-Saal ein, in dem bis 1990 Gottesdienste gefeiert wurden.
1987 bis 2003 wurde die Kirche mit Unterstützung der Landesdenkmalamtes, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Landeskirche umfassend saniert.
Der inzwischen ebenfalls sanierte Parochial-Kirchhof und die unter der Kirche befindliche Gruft zählen zu den beeindruckendsten Zeugnissen sepulkraler Kultur in der Stadt.

Nutzung

Während der Sommermonate finden in der Kirche zu besonderen Anlässen Gottesdienste statt. Sie wird aber auch für Ausstellungen, Theateraufführungen und Konzerte genutzt und kann für Veranstaltungen gemietet werden, sofern diese sich mit der Würde des Kirchenraumes vereinbaren lassen.
In 2014/15 wird die Kirche als Sitz der Stiftung Kirchliches Kulturerbe ausgebaut. › Stiftung Kirchliches Kulturerbe